Alexander Pfeiffer, Martin Schmidt & Eberhard Emmel

VOLLKONTAKTPOESIE

Alexander Pfeiffer verpackt in seinen Gedichten urbane Realitäten in Verse, die wie Songs funktionieren – zwischen Sehnsucht, Scheitern und dem ungebrochenen Verlangen nach etwas mehr als bloßem Existieren. Vier Lyrikbände hat der Wiesbadener Autor bislang veröffentlicht, zuletzt „Leuchtfeuer“ (Rodneys Underground Press, Dortmund 2017).   

Gemeinsam mit den Musikern Martin Schmidt und Eberhard Emmel ist Pfeiffer der live-haftige Beweis dafür, dass Poesie dann am meisten Resonanz erzeugt, wenn sie zum Klingen gebracht wird. Ganzkörperlyrik und Vollkontaktpoesie – so könnte man es nennen, was die drei da anrühren.  

Der Gitarrist Martin Schmidt bringt seit mittlerweile 15 Jahren mit seiner Band THE RAZORBLADES „21st Century Surf Sounds“ zwischen Pulp Fiction und Punkrock auf die Bühnen dieser Welt von Limburg bis Los Angeles. Eberhard Emmel mixt bevorzugt Jazz und World Music mit exotischem Instrumentarium, das er mitunter auch selbst aus alten Autoteilen zusammenbaut.

Foto: © Mara Pfeiffer

GEISTERCHORAL

Alexander Pfeiffer liest aus seinem Kriminalroman „Geisterchoral“

Ein cineastischer Kriminalroman, ein ermittelnder Filmvorführer und eine Verbeugung vor der Magie des Kinos  

Der Filmvorführer Sänger steckt in Geldnot. Als ihn seine Ex-Freundin mit einer brisanten Suche beauftragt, zögert er nicht lange und begibt sich auf die Jagd nach einem entflohenen Häftling. Sie führt ihn auf verschlungenen Wegen durch die vertrauten und doch plötzlich bedrohlichen Straßen seiner Heimatstadt Wiesbaden, wo einst die UFA ihr Zuhause hatte und die Vergangenheit nie zu enden scheint. Sänger ahnt nicht, dass er erst mit seiner eigenen Geschichte ins Reine kommen muss, um den heraufbeschworenen Geistern zu entkommen.

Geisterchoral führt einen ebenso eigenwilligen wie charmanten Protagonisten in die Krimilandschaft ein: Sänger, der sich im Dämmerlicht der Kinosäle so viel wohler fühlt als in der wirklichen Welt, ermittelt als Privatdetektiv wider Willen in einer facettenreichen Geschichte, die mit hintergründigem Witz und bissiger Kritik erzählt wird. Pfeiffers Kriminalroman lotet die medialen Grenzen zwischen Literatur und Film aus und spielt geschickt mit Verweisen, Zitaten und Anspielungen. Dabei bedient sich der Autor auch in Form und Aufbau am Medium: Schnelle Schnitte, szenische Komposition, auf den Punkt geschriebene Dialoge.

Alexander Pfeiffer, geboren 1971 in Wiesbaden, arbeitet als Schriftsteller, Kulturjournalist, Literaturveranstalter und Moderator. Neben Kurzgeschichten und Gedichten veröffentlichte er bislang vier Kriminalromane. 2014 erhielt er den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte „Kurzkrimi“.  

Alexander Pfeiffer (Foto: Carina Faust)