Andreas Ulich

Zum 70. Todestag von Kurt Schwitters

AUGUSTE BOLTE

Rezitation: Andreas Ulich

Bass: Nikolaus Durst

Ein dadaistisch-wahnwitziger Prosatext, in dem das Mädchen Auguste Bolte den Dingen auf den Grund geht, denn Auguste wusste, dass sie schon in der Schule ein gescheiteltes Mädchen gewesen ist und dass sie das, was los ist erfahren wollte, denn warum hieße sie sonst Bolte.

 Die zarte, wohlmeinend gefühlsstarke, gescheit gescheitelte Auguste zieht, von ihrem wissenwollenden Weisheitsdrang getrieben, durch die Straßen und Häuser der Stadt – und hinterlässt eine Spur der Angst, des Schreckens und der Verzweiflung.

Andreas Ulich und Nikolaus Durst besinnen den Unsinn und oxidieren alle freilaufenden musikalisch-moralischen Grundbefindlichkeiten.

Kurt Schwitters (1887-1948) war vielleicht der erste deutsche Crossmedial-Künstler. Unter dem Titel MERZ komponierte er Collagen aus Zeitungen, Reklame und Alltagsgegenständen. Seine Ursonate (1923/32) gilt als eines der wichtigsten dadaistischen Lautgedichte. Die Ablehnung aller Autoritäten, die Ironisierung von Disziplin und Moral und die Apotheose des Individuums bilden den Kern seines Werks.

Nikolaus Durst (Foto: Marian Lenhard)