Gert Heidenreich

SCHWEIGEKIND

Ein psychologisch gekonnt aufgebauter Spannungsroman über Scham und Schuld, über eine Frau und ihre Verstrickung in Schmerz und  Rache, und über einen Mann, der ein verletztes Leben durch seine Liebe zu heilen versucht.

»Ich hätte dich so gern bewahrt«, sagte er. »Im Nachhinein noch vor all dem geschützt  – das macht die Liebe so, sie will auch immer rückwärts schon gewesen sein.«

Der Psychotherapeut Hans Sahlfeldt beschuldigt sich selbst, in geistig verwirrtem Zustand einen Mann getötet und verbrannt zu haben. Noch während der Nachforschungen begibt er sich zur Behandlung in eine psychiatrische Klinik.

Die therapeutischen Gespräche dort führen zurück in die Vergangenheit. Eines Abends war eine mysteriöse Frau in Sahlfeldts Praxis aufgetaucht und hatte ihn um Hilfe gebeten: Ihre Tochter Hanna schweige seit dem achten Geburtstag. In den Wochen nach dem ersten Treffen entsteht eine vorsichtige, für ihn vielleicht letzte Liebe. Er ahnt, dass das Schweigen der Tochter mit der Lebensgeschichte der Mutter zusammenhängt, doch die gibt ihr Geheimnis nicht preis. Eines Tages ist sie verschwunden. Sie hinterlässt Sahlfeldt Briefe, die sie an ihn geschrieben, aber nie abgeschickt hatte – und aus ihnen erfährt er die wahre Geschichte des Schweigekinds, die auch in seine eigene Kindheit und hinter die Fassaden der kleinstädtischen Idylle führt.

Gert Heidenreich, 1944 in Eberswalde geboren, wuchs in Darmstadt auf. Studium der Literaturwissenschaft in München, dort 1969 Mitbegründer des Theaters in der Kreide TiK. Reisebilder und Reportagen für Rundfunkanstalten, Merian, art, Die Zeit. Seit 1972 auch Sprecher für Medien und Hörbücher. Romane, Erzählungen, Bühnenstücke, Essays. Zahlreiche Literaturpreise. Auszeichnungen für Drehbücher, u a. Deutscher ­Filmpreis in Gold 2014 und Menschenrechtspreis von Amnesty International 2017. Jüngste Veröffentlichungen: Die andere Heimat, Erzählung, 2013; Der Fall, 2014; Nächte mit Leonard. Erinnerungen an Leonard Cohen, 2015; Das Lied von Kulager, Nachdichtung, 2016; Die Wiederkehr der Nashörner, Essay, 2016.

Foto: © Helmut Ölschlegel