Gunna Wendt

Erika Mann und Therese Giehse – Eine Liebe zwischen Kunst und Krieg

Sie hätten unterschiedlicher nicht sein könne: Erika Mann, hochbegabte Tochter Thomas Manns, und Therese Giehse, gefeierte Schauspielerin an den Münchner Kammerspielen. Als sie sich in Anfang der  Dreißigerjahre kennenlernten, hatten sie bereits Höhen und Tiefen hinter sich.

Am 1. Januar 1933 gründeten sie in München das politische Kabarett „Die Pfeffermühle“. Erika Mann verfasste die Szenen und Monologe, in denen Therese Giehse brillierte – allerdings nur für kurze Zeit: Schon zwei Monate später gingen die beiden jungen Frauen, die nicht nur das gemeinsame Projekt, sondern auch eine problematische Liebesbeziehung miteinander verband, ins Exil.

Sie führten „Die Pfeffermühle“ zunächst in Zürich fort und tourten damit durch ganz Europa. Mit dem Scheitern ihrer „Peppermill“ 1937 in Amerika trennten sich die Wege der beiden Frauen.

Gunna Wendt verarbeitet diese Schicksalsjahre zweier ungleicher Frauen zu einem einmaligem Doppelporträt, das Tabus und Traumata einer Generation nicht ausspart.

Gunna Wendt, geboren 1953 in Jeinsen bei Hannover, studierte Soziologie und Psychologie in Hannover und lebt seit 1981 als freie Schriftstellerin in München.

Neben ihren Arbeiten für Theater und Rundfunk veröffentlichte sie zahlreiche Bücher, darunter Biografien über Liesl Karlstadt, Paula Modersohn-Becker, Clara Rilke-Westhoff, Franziska zu Reventlow, Lena Christ, Maria Pawlowna, Maria Callas, die Furtwängler-Frauen und Ruth Drexel.

Foto: © Oliver Hanser