Helmut Becker

50 Jahre nach 1968 - DIE SPRACHE DES TERRORISMUS

Kommentierte Lesung aus Originaldokumenten mit Helmut Becker und Thomas Kraft

Vor fünfzig Jahren waren sie omnipräsent: In Interviews, auf Flugblättern, in Underground-Zeitschriften ebenso wie in den Veröffentlichungen angesehener Verlage, in Radio- und Fernsehbeiträgen - niemand kam an den Äußerungen von Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Bernward Vesper und ihren Mitstreitern vorbei.

Heute erscheinen sie uns wie Stimmen aus einer fremden Zeit. Folgen wir ihnen von den sechziger in die siebziger Jahre, werden wir mit einem ebenso rätselhaften wie extremen Polit-Jargon konfrontiert.

Entgrenzung und Überschreitung wurden aber auch – bereits vor der endgültigen Radikalisierung der späteren »Baader-Meinhof-Gruppe« - literarisch vorweggenommen. Selbsternannte Revolutionäre wie Dieter Kunzelmann, Thorwald Proll, aber auch Rudi Dutschke hatten - in sprachlichem Probehandeln - scheinbar spielerisch durchexerziert, was nur wenig später blutiger Ernst wurde.

Helmut Becker ist dipl. Sprecher und Sprechtrainer, Thomas Kraft Autor und Inhaber einer Veranstaltungsagentur. Beide sind in den sechziger und siebiziger Jahren aufgewachsen.

Foto: Marina Maisel