Lukas Hammerstein

DIE GUTEN UND DAS BÖSE

70 Jahre nach Kriegsende schreibt Lukas Hammerstein Die Guten und das Böse, einen Deutschlandessay auf den Spuren von Schuld und Verdrängung.

"Die Deutschen sind gut geworden" - mit diesen Worten leitet der Autor seinen Essay provozierend ein - "nicht nur gut im Organisieren, Verwalten und Verdrängen, sie empfinden Scham und reagieren einmal nicht als trotzig Beladende, sie sind traurig und wollen es zeigen, sie wissen, was sie sich und der Welt schuldig sind, ohne gleich alles besser zu wissen. Sie machen ihre Sache wirklich gut."

Dieses Gutsein der Deutschen ist in Hammersteins Augen ein Stein des Anstoßes und bringt den Stein seiner Gedankenbewegungen ins Rollen. "Hier geht es auch um meine Schuld", schreibt er im Anfangskapitel, "ich bin Jahrgang 1958, die Frage: Was hättest du im Dritten Reich getan?, war der Basso Continuo meiner Jugend." Und so bezeichnet er sich mit einer ironischen Wendung als Ewig Gestriger. Ein Ewig Gestriger, der den Demjanjuk-Prozess in München über 90 Verhandlungstage von Anfang bis Ende verfolgte.

Im Angesicht der historischen Schuld unterwirft er die Selbstwahrnehmung der heute lebenden Deutschen einer kritischen Analyse. Die Antwort sucht Hammerstein in der Betrachtung der Kategorien moralisches Selbstverständnis, juristische Aufarbeitung, künstlerische Reflexion.

Lukas Hammerstein ist Jurist und Autor und moderiert die Sendung Jazz und Politik im Bayerischen Rundfunk.

Foto: © Lukas Hammerstein