Blues & Kusz

Fitzgerald Kusz & Klaus Brandl

Fitzgerald Kusz – der „Dichter der Franken“ (Süddeutsche Zeitung) gehört zu den meistgespielten deutschen Dramatikern. Seine zweite Domäne ist die Mundartlyrik. Seine Verse haben „den Blues und den unverwechselbaren Witz vom Fitz ...Lakonischer kann´s in Franken keiner.“ (BR). 

Seit vielen Jahren tourt er mit seinem Blues-Brother Klaus Brandl mit „Blues & Kusz“ durch die fränkischen Lande. Klaus Brandl gilt als Frankens heimliche Antwort auf J.J. Cale und Eric Clapton.“ (Nürnberger Nachrichten).

Brandl und Kusz: „zwei, die sich gefunden haben - die mit der angeborenen Skepsis des Franken auf die Welt blicken, die sie entlarven und erklären - ein bestens harmonierendes Duo - Blues und Kusz? Ein Genuss.“ (Nürnberger Nachrichten)

 

Mund-Art / Dialekt live

Seinen ersten literarischen Auftritt hattte Fitzgerald Kusz 1967 mit Peter Handke und zwei Beat-Bands in Erlangen: seine ersten, hochdeutsch geschriebenen Gedichte stehen noch im Zeichen der „Pop-Poesie“. Unter dem Einfluss der Großmutter und nach dem Vorbild der Wiener Gruppe um H. C. Artmann wandte er sich ab 1970 der Mundart zu. Im fränkischen Dialekt veröffentlicht er Gedichte, Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher für Film- und Fernsehen. Kusz gehört zu den meistgespielten deutschen Theaterautoren. Das Konfirmationsstück  Schweig, Bub! – „Paradestück der neuen Volkstheaterbewegung“ (Der Spiegel) - stand mit 720 Vorstellungen 34 Jahre auf dem Nürnberger Spielplan. Inzwischen sind über 20 abendfüllende Stücke entstanden. 

Kusz: „In meinen frühesten Anfängen habe ich mich in hochdeutscher Pop-Lyrik versucht. Von der Pop - Art habe ich das Prinzip des Zitierens gelernt. Das ließ sich sehr gut auf den Dialekt übertragen. Meine Mundart wurde so zur Mund - Art.  Mit der Betonung auf „art“. Mund-Art, wie ich sie verstehe, ist kein bloßes „Dem-Volk-aufs-Maul-schauen“, sondern Literatur, also ein Kunstprodukt.“

Kusz´ zweite Domäne ist die Mundartlyrik. Liebevoll schaut er seinen „Pappenheimern“ aufs Maul, aber das „ist nur die halbe Wahrheit, er schaut ihnen in den Kopf – und das ist viel schlimmer.“ (Fränkische Landeszeitung).

15 Gedichtbände im ostfränkischen Dialekt des Nürnberger Raums sind bisher entstanden. Zuletzt 2017 Nämberch-Blues bei ars vivendi. Das schrieb die Süddeutsche Zeitung: „Kusz …findet, dass Gedichte neben der Sprache noch etwas anderes haben müssen, „eine Energie, eine Antriebskraft, einen Treibstoff, der sie auf die poetische Umlaufbahn schickt“.

Tatsächlich sind seine Verse enorm kraftvoll, haben jenen unverwechselbaren Sound, der ihm so wichtig ist. Und weil Kusz ein belesener Philologe ist, schöpft er aus vielen Quellen. Lässt sich von dem amerikanischen Autor Richard Brautigan inspirieren, experimentiert mit Shakespeare-Sonetten und Bibelstellen, weiß wie der Prediger Salomo, dass alles seine Zeit hat:

„... die voärrodsdodnschbeichärung / die resdmüllendsorchung / allers houd sei zeid." Und auch „di daadnaudobohn / des onleindäiding / des saibämobbing“ (echtzeit).

Manche seiner Verse wirken wie spontane Bemerkungen, schnell irgendwo hinnotiert. Aber Kusz ist ein großartiger Sprachkünstler, der seine Beobachtungen, Einsichten, Erfahrungen sorgfältig destilliert und exakt auf den Punkt bringt, überzeugt davon, dass der Dialekt an allem dichter dran ist – „an den Menschen, am Alltag, an den Emotionen, am Leben.“ Oder, wie er es in dia-leckdigg formuliert: „ohne meinä muddä iä schbrouch / kammi meim vaddä sei land / kreizweis.“

Fitzgerald Kusz, 1944 in Nürnberg geboren, ist inzwischen 73Jahre alt. Aber man merkt immer noch, dass er zur Generation der Achtundsechziger gehört. Sein Widerspruchs-Geist ist nicht erloschen: „wenn annä zu miä sachd / auf di blädze ferdich los / bleibi audomoodisch schdäih“, schreibt der Dichter in Fehlstart. Und wenn das, was das Volk so von sich gibt, fürchterlich ist, dann braucht es eben Änderungen: „wir sind das volk / wenn des das volk is / moui mä ä anders soung“.

Kusz´Gedichte leben erst richtig, wenn er sie selber vorliest. Er muß sie „auf der Zunge zergehen lassen, sie gleichsam kauen“, dann entfaltet sich „ihr Aroma wie das eines trockenen  Frankenweins“ (Westermanns Monatshefte). „Wer einmal bei einer seiner Lesungen war, weiß, dass er auch ein Vortragskünstler und glänzender Entertainer ist“ (Frankenpost).